BOTNAR RESEARCH CENTER FOR CHILD HEALTH IN Basel, 2021


Wettbewerb 2021


Bauherr: Kanton Basel Stadt, Immobilien Basel Stadt

Vertreten durch: BVD, Hochbauamt Basel-Stadt


Projektadresse:

Spitalstrasse 32, 4056 Basel


Team: Markus Stern, Hugh Scott Moncrieff, Marco Zürn


In Zusammenarbeit mit Hoerner Architekten (Stefan Hörner), wh-p Ingenieure Basel, Dr. Lüchinger Partner Fassadenplanung, Gartenmann Engineering AG, Bogenschütz AG HLKS, A+F Brandschutz, Nova Energie Basel, Visualisierungen Hugh Scott Moncrieff


 

 

Der Neubau für die Botnar Foundation for Child Health fügt dem Campus der Gesundheit wie auch dem Unicampus Schällemätteli einen neuen Baustein hinzu. Er besetzt eine neuralgische Schnittstelle und nimmt eine Vermittlerrolle im heterogenen städtischen Umfeld ein. Denn genau hier, an der Kreuzung von Schanzenstrasse und Spitalstrasse, trifft die gewachsene Blockrandbebauung des St. Johann auf die grossmassstäblichen Gebäude des Spital- und Unicampus. Die Ecksituation wird als Kopfbau und südlicher Abschluss der ehemaligen Bandfabrik entlang der Schanzenstrasse gelesen. Der vorhandene Anstieg der Gebäudehöhen entlang der Schanzenstrasse wird mit dem Neubau in Richtung Spitalbauten weitergeführt.

 

Ein schlankes Haus, das durch seine Vertikalität einen dezidiert städtischen Charakter besitzt. Damit ist klar erkennbar, dass der neue Hauptsitz der Botnar Foundation ein wichtiger Teil des Uni- und Spitalkomplexes ist. Durch das zur Spitalstrasse traufständige Satteldach fügt sich das Gebäude in die Blockrandbebauung der Strasse ein und hebt sich von den umgebenden, grossmasstäblichen Solitären ab. Die Holzskelettstruktur, die das Gebäude trägt, zeichnet sich im Stadtraum in Form der von aussen sichtbaren, holzigen Deckenuntersichten, Balken und Stützen ab. Die Stiftung Botnar entwickelt eine starke visuelle Präsenz und lässt den innovativen Inhalt der Forschung, die hier betrieben wird, erahnen.

 

 

Der städtische Ausdruck der Holz-Glas Fassade wird durch die geschliffene, elegant glatte Schalung verstärkt. Das Gebäude setzt sich somit bewusst von den spiegelnden, glänzenden Nachbargebäuden ab und vermittelt mit seiner Farbigkeit eher zum mittelalterlichen Basel, wo die Häuser die sich ständig wandelnden Farbtonalitäten des vorbeifliessenden Rheins aufnehmen. Schlammgrün, matthellblau, diamantschwarz, sandbeige tauchen alternierend in den historischen Farben der Basler Altstadt auf. Zum Innenhof des Blockrands hin öffnet sich das Haus.

 

Die Treppe des Bürobaus liegt komplett im Freien, mit dem Fahrstuhl fährt man im Aussenklima los und kommt aussen an. Die vertikale Zirkulation mit Treppe und Liftzugang wird als offener Gebäudeteil neben den Kern an die Fassade zum Innenhof hin orientiert - das „Biotop“ ist mehr als nur Treppenhaus. Es ist die grüne Lunge des Hauses und verbindet das Foyer im Erdgeschoss mit dem Dachgarten im 6. Obergeschoss. Zum ruhigen Innenhof hin orientiert, bietet es ein Maximum an Offenheit. Die Fassade besteht einzig aus einem mit Kletterpflanzen bewachsenen Chromstahlnetz, welches als geschosshohe Absturzsicherung dient. Regengeschützt und mit festen Sitzgelegenheiten ausgestattet, entsteht so ein Kontemplations- und Kommunikationsraum für die Forschenden und Studierenden. Gleichzeitig bekommen somit die Mieteinheiten eine klare Adresse im Hause.

 

Es wird den Nutzern ermöglicht, auf jedem Geschoss ins Freie zu treten - eine wesentliche Qualität angesichts des erschwerten Aussenbezugs entlang der lärmbelasteten Fassade entlang der Spitalstrasse. Die geschlossene Fassade entfällt und wird durch ein mit Kletterpflanzen begrüntes Gitter ersetzt. Auf gleiche Weise wird die Terrasse im Dachgeschoss zur Fassade hin gefasst. Hier kann ein Freiluft Büro installiert werden.

 

Als Fassadenbekleidung der Lochfassade werden farblich getünchte Holzelemente verwendet, die zum Boden hin durch einen mineralischen Sockel ergänzt werden. Die für die Holzelemente vorgeschlagene schwedische Schlammfarbe erzeugt eine matte, offenporige und natürlich wirkende Oberfläche. Die kräftige Farbigkeit des Neubaus fügt sich in den Kontext von Spitalapotheke, Geburtsklinik und Kinderspital ein.

 

Die Kompaktheit des Baukörpers mit seiner optimalen räumliche Organisation des Raumprogramms ist der Leitgedanke des Entwurfs. Die Geschossfläche wird maximiert, um eine geschossweise Aufteilung der zugehörigen Programmpunkte zu erreichen und die Laufwege zu minimieren. Ein kompakter Gebäudekern mit Sanitärräumen, IT Verteilerraum und Steigzone wird an zentraler Stelle entlang der Brandwand zur zukünftigen Bebauung Schanzenstrasse 13 positioniert und gewährleistet so eine optimale Tageslichtsituation für die Arbeitsbereiche.

 

 

Der Holzskelettbau ist mit einem Stützenraster von ca. 3 x 4.5m so konzipiert, dass sowohl eine Nutzung als Grossraumbüro wie auch eine Zellenstruktur möglich ist.

Mit wenigen Eingriffen kann im Fall einer Drittvermietung eines der vier Obergeschosse (1.- 4.OG) von Open Space in Doppelbüros umgewandelt werden. Die in Leichtbau erstellte Kernerweiterung (Besprechungsbox , Druckerraum) kann einfach rückgebaut werden, die neuen Trennwände werden zwischen den Stützen im Tragwerksraster platziert. Um die akustische Trennung zu gewährleisten ist der Hartbetonüberzug an diesen Stellen bereits für die Aufnahme der zukünftigen Leichtbauwand ausgespart (siehe Materialisierung). Der Hohlboden vereinfacht die Verlegung/Anpassung der Medien und die Installation der neuen Teeküche entlang des “Biotop“. Das Lüftungssystem funktioniert wie gehabt, einzig werden in den neu installierten Trennwänden Überströmöffnungen zum zentralen Korridor benötigt. Alle Geschosse werden getrennt angefahren und können daher auch separat gesteuert/gemessen werden.