Wettbewerb Erweiterung und Sanierung Christoph Merian Schulhaus Basel, 2019


Wettbewerb 2019

Erziehungsdepartement Basel Stadt / Hochbauamt Basel Stadt

Gellertquartier, Basel-Stadt


Team: Marco Zürn, Markus Stern, Leonard Kadid, Charline Callulier


In Zusammenarbeit mit Bernstein Bâtir AG, wh-p Ingenieure AG, Dr. Lüchinger + Meyer AG Fassadenplanung, Bogenschütz AG, Suiselectra, A+F Brandschutz, Gartenmann Engineering AG, Visualisierungen Aron Lorinz Ateliers

 


 

Projekt Erläuterung :

 

Das ehemalige Gellertfeld stellt einen Übergang zwischen Stadt und Land dar. Die Architektur changiert zwischen traditionellem Satteldach mit Überstand und schlichtem Betonkubus. Der zentrale Neubau für Aula, Schulverwaltung und Bibliothek wird auf der grünen Sportmatte zwischen der Gellertschule und dem Christoph Merian Schulhaus platziert, so dass ein neuer öffentlicher Platz, die Gellertmatte, entsteht.

 

Die Nutzungen Lehrer, Aula, Bibliothek und Nebenräume bekommen je ein eigenes Haus mit Satteldach, diese werden zu einem Ensemble zusammengefasst. Richtung Sportmatte wird ein verbindendes Foyer zwischen den Häusern installiert, welches in den Aussenraum öffenbar ist und den Finkenbetrieb zur Bibliothek und Richtung Gellertschulhaus ermöglicht.

 

Die geschützten Naturräume werden mit Neupflanzungen gestärkt sowie alle Bäume erhalten. Die neue Gellertmatte wird landschaftlich geprägt sein, Trampelpfade verbinden die Freiräume auf eine spielerische Weise. Die Gellertmatte stellt einen Gegenpol zu den städtischen, mineralischen Flächen um die Gellertkirche herum dar.

 

Das bestehende Christoph Merian Schulhaus wird um ein Geschoss aufgestockt, um die zusätzlichen Klassenräume aufzunehmen. Der Eingang zum erweiterten Schulhaus wird zentral zwischen Aula und Christoph Merian Schulhaus gelegt, um eine Verzahnung des weitläufigen Schulareals und eine direkte Verbindung zum rückwärtigen, geschützten Merian Schulhof zu ermöglichen.

 

Sowohl die sanierte Bestandsfassade als auch der Neubau sind technisch und gestalterisch von den Werkstoffen Lehm und Holz geprägt und setzen wichtige Akzente.

 

Neubau Aula Gellertschule / Christoph Merian Schule :

Für den Neubau wird eine leichte Struktur aus Holz vorgeschlagen. Die Wände sind als Holzständerwände geplant, die Stützen und die aneinandergereihten Satteldächer werden aus Leimholzbindern hergestellt. Die Aussenwände sind ebenfalls als Holzständerkonstruktionen ausgeführt. Die äussere Hülle wird mit Lehm ausgefacht.

 

Die Stampflehmelemente sind vor dem Tragwerk positioniert und horizontal in dieses zurückgebunden. Die Wärmedämmung in Steinwolle sowie die Holz-Fenster liegen in der Tragwerksebe. Um eine dauerhafte Durchfeuchtung des Stampflehm auszuschliessen sind die Stampflehmelemente auf eine Betonaufbordung aufgesetzt und werden bis unter den Dachvorsprung geführt. Innenseitig schliessen geschlämmte Lehmziegel die Fassade ab.

 

Die gewählte massive Konstruktion und Materialisierung stellen einen hohen Komfort sicher. Lehm weisst eine sehr hohe thermische und feuchte Speicherfähigkeit auf. Aufgrund des gewählten Oberflächenfinnisches mit einer Schlemmung ist die Fassade wartungsarm und von hohem Bestand.

 

 

Sanierung Schulhaus Christoph Merian :

Für die Sanierung der Schulhausfassade soll ein innovatives ökologisches Konzept verfolgt werden. Als Fassadenwetterschutz sollen vorgefertigte Stampflehmelemente verwendet werden. Diese bestehen aus einem tragenden Betongurt und einer «Fensterbank» ebenfalls in Beton.

 

Sie werden auf farblich angepasste, vertikale Betonelemente abgestellt und horizontal an den Bestand zurückgebunden. Aufgrund der diffusionsoffenen Materialisierung der Wetterhaut in Beton und Stampflehm sowie der Wärmedämmung ist nur eine minimale Hinterlüftung erforderlich. Materialgerecht werden alle horizontal bewitterten Flächen durch Betonelemente / Fensterbänke geschützt.

 

Die grossformatigen Fenster sind konstruktiv aus dem Bestand abgeleitet und weiterentwickelt. Bestehend aus zwei zentral positionierten Hebeschiebelementen und seitlich positionierten Dreh-Kipp-Flügeln lässt sich das gesamte Fensterelement in unterschiedlichen Variationen und Öffnungsanteilen öffnen. Somit ist die natürliche Belüftung für jede Wettersituation und Jahreszeit optimal gewährleistet. Innen werden für die Schulräume ebenfalls Lehmputze verwendet.